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Stornohaftung in der PKV: Was müssen Makler wissen?

In der PKV haftest du 60 Monate für Stornos, die Abschlussprovision ist auf 9 Monatsbeiträge gedeckelt. Erfahre, was bei der Stornohaftung in der PKV gilt.

Versicherungsmakler im vertrauensvollen Gespräch mit einer Kundin

Inhalt6 Abschnitte
  1. Was bedeutet Stornohaftung in der PKV?
  2. Wie lange läuft die Stornohaftung in der privaten Krankenversicherung?
  3. Wie hoch darf die Abschlussprovision in der PKV sein?
  4. Wie viel Provision musst du bei einem PKV-Storno zurückzahlen?
  5. Wann ist die Rückforderung in der PKV unzulässig?
  6. Wie senkst du dein Stornorisiko in der PKV?

Storniert dein Kunde seine private Krankenversicherung in den ersten fünf Jahren, forderst du als Vermittler einen Teil deiner Abschlussprovision zurück. Die Stornohaftung in der PKV läuft 60 Monate, und weil die Provision an die hohen Monatsbeiträge gekoppelt ist, geht es schnell um vierstellige Beträge.

Seit 2012 ist die Abschlussprovision in der PKV außerdem gedeckelt, was die Rechnung verändert hat. Wie lange die Stornohaftung läuft, wie hoch deine Provision sein darf und wann eine Rückforderung unzulässig ist, klären wir in diesem Ratgeber.

Was bedeutet Stornohaftung in der PKV?

Stornohaftung bedeutet, dass du deine Abschlussprovision erst dann endgültig behältst, wenn der Vertrag die Haftungszeit übersteht. Kündigt oder wechselt der Kunde vorher, zahlst du anteilig zurück.

In der PKV wiegt das besonders schwer, weil die Abschlussprovision an die Monatsbeiträge gekoppelt ist und diese bei der Krankenvollversicherung hoch ausfallen. Schon ein einzelner stornierter Vertrag kann vierstellige Rückforderungen auslösen.

Wie lange läuft die Stornohaftung in der privaten Krankenversicherung?

Die Stornohaftungszeit beträgt in der substitutiven PKV 60 Monate, also fünf Jahre, geregelt in § 49 VAG. Innerhalb dieser Frist kann der Versicherer die Provision anteilig zurückfordern, wenn der Vertrag endet.

Eine wichtige Ausnahme gibt es: Wechselt ein Kunde aus einkommensbedingten Gründen zurück in die gesetzliche Krankenversicherung, etwa weil er versicherungspflichtig wird, greift die Stornohaftung nicht. Dieser Wechsel liegt außerhalb deines Einflusses und löst keine Rückforderung aus.

Wie hoch darf die Abschlussprovision in der PKV sein?

Seit dem 1. April 2012 ist die Abschlussprovision in der PKV auf höchstens neun Monatsbeiträge gedeckelt, geregelt in § 50 VAG. Vorher waren Provisionen von bis zu 18 Monatsbeiträgen üblich, die der Gesetzgeber als Fehlanreiz einstufte.

Der Deckel gilt nur für die Abschlussprovision, nicht für die laufende Bestandspflegeprovision. Bei einem Monatsbeitrag von 600 Euro liegt deine maximale Abschlussprovision also bei rund 5.400 Euro, die über die Haftungszeit verdient wird.

Wie viel Provision musst du bei einem PKV-Storno zurückzahlen?

Zurück geht die Provision anteilig für die verbleibende Haftungszeit. Je früher der Vertrag storniert wird, desto höher die Rückforderung.

Ein Rechenbeispiel bei 5.400 Euro Abschlussprovision und 60 Monaten Haftungszeit:

Storno nachVerbleibende HaftungsmonateRückforderung
12 Monaten48 von 604.320 €
24 Monaten36 von 603.240 €
48 Monaten12 von 601.080 €
über 60 Monaten00 €

Wie hoch das Risiko bei größeren Beständen wird, zeigt ein Fall aus der Rechtsprechung, in dem ein Vermittler nach PKV-Kündigungen rund 139.000 Euro anteilig zurückzahlen sollte.

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Wann ist die Rückforderung in der PKV unzulässig?

Unzulässig ist die Rückforderung, wenn der Versicherer seine Nachbearbeitungspflicht verletzt hat. Er muss sich bei drohender Kündigung aktiv um den Erhalt des Vertrags bemühen und dir rechtzeitig eine Stornogefahrmitteilung schicken.

Ebenfalls außen vor bleibt der einkommensbedingte Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung. Ob Versicherungsmakler Provisionen zurückzahlen müssen, entscheidet sich auch hier an der Nachbearbeitung des Versicherers.

Wie senkst du dein Stornorisiko in der PKV?

Das Stornorisiko senkst du vor allem durch ehrliche Beratung zur Beitragsentwicklung und eine saubere Gesundheitsprüfung. Viele PKV-Kündigungen entstehen, weil Kunden mit steigenden Beiträgen nicht gerechnet haben.

Bleib außerdem im Bestand präsent, erkläre Tarifwechseloptionen innerhalb der PKV und reagiere früh auf Stornogefahrmitteilungen. Bei anderen langlaufenden Verträgen greift dieselbe Fünf-Jahres-Frist, etwa bei der Stornohaftung bei der Lebensversicherung.

Vinlivt hilft dir, PKV-Kunden langfristig zu halten. Über eine eigene Kunden-App und laufende Betreuung bleibst du bei Beitragsanpassungen und Tariffragen an der Seite deiner Kunden und fängst Kündigungsgedanken früh ab. Der Einstieg ist kostenlos und ohne Grundgebühr.

Wie lange läuft die Stornohaftung in der PKV?

60 Monate, also fünf Jahre, nach § 49 VAG. Innerhalb dieser Zeit kann die Provision anteilig zurückgefordert werden.

Wie hoch ist der Provisionsdeckel in der PKV?

Seit 2012 höchstens neun Monatsbeiträge für die Abschlussprovision, geregelt in § 50 VAG. Die Bestandspflegeprovision ist davon nicht betroffen.

Muss ich bei einem Wechsel in die GKV Provision zurückzahlen?

Bei einem einkommensbedingten Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung greift die Stornohaftung nicht. Eine Rückforderung ist dann unzulässig.

Wie viel Provision bekomme ich bei einer PKV mit 600 Euro Beitrag?

Höchstens neun Monatsbeiträge, also rund 5.400 Euro Abschlussprovision, die über die fünfjährige Haftungszeit verdient wird.

Kann der Versicherer die ganze Provision zurückfordern?

Nur anteilig für die verbleibende Haftungszeit und nur, wenn er den Vertrag ordnungsgemäß nachbearbeitet hat.

Die Stornohaftung in der PKV ist wegen der hohen Beiträge und des gedeckelten Provisionssatzes ein Posten, den du von Anfang an einplanst. Wer offen über Beitragsentwicklung berät und seinen Bestand aktiv betreut, hält die meisten Verträge über die fünf Jahre und macht die Provision damit sicher.

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Uwe Lätsch

Geschäftsführer von Vinlivt

Uwe Lätsch entwickelte über zehn Jahre lang digitale Produkte bei FinTechs und InsurTechs, unter anderem bei CHECK24. Im Jahr 2022 gründete er gemeinsam mit Dariusz Borowski Vinlivt, um passende Beratungsanlässe automatisch und DSGVO-konform zu erkennen. Im Ratgeber teilt er seine Erfahrungen aus Fintech und digitaler Finanzberatung.

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